Autoren: Sofie und Kurt Schunder, Hertingshausen

Wir möchten eine kurze Rückmeldung zu der Online-Diskussion geben. Die Diskussion fanden wir sehr interessant und informativ, weil die wichtigen Aspekte gegen das Logistikzentrum angesprochen wurden und nachvollziehbar sind. Die Diskussion ist somit gut geeignet, um für andere Einwohner geeignete Informationen rund um die bestehende Problematik zu finden.

Außerordentlich schade ist natürlich, dass politische Parteien wie SPD und CDU keine Vertreter geschickt haben. In erster Linie ist es natürlich sehr schade, dass Lidl selbst keinen Vertreter gestellt hat. So musste Klaus Krimmel diesen Part übernehmen, damit die Diskussion in Gang kommt. Die Tatsache, dass es ein paar Probleme mit der Technik gab, sind unseres Erachtens nicht das Problem, da inhaltlich so einiges besprochen wurde. Ausser der zu erwartenden Verkehrs-Umweltbelastung gibt uns die Versiegelung einer so großen Fläche mit einem so guten Bodenwert sehr zu denken. Gerade in Pandemiezeiten mussten wir schon alle die Erfahrung machen, wie wichtig es ist, regionale Versorger zu haben unabhängig von der Art der Produkte. Aber Lebensmittel spielen hier noch eine ganz besondere Rolle. Wir sind jedenfalls froh eine leistungsfähige Landwirtschaft mit regionalen Produkten zu haben. Es ist ja bekannt, dass die Landwirte geeignete Flächen suchen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

 

Autorin: Susanne Bott, Edermünde-Grifte

Ich bin vor kurzem in Lohfelden gewesen und auf dem Rückweg durch das Güterverkehrszentrum (GVZ) am Lohfeldener Rüssel gekommen. Jeder, der sich für Logisitik an unserem Standort ausspricht, sollte das GVZ auf jeden Fall einmal gesehen haben, bevor er „mitreden“ kann und für solche Gebäuderiesen und LKW-Massen stimmt. Ich war entsetzt, was ich dort gesehen habe - man bekommt den Eindruck, die Menschheit hat allen Verstand verloren. Wollen wir wirklich unsere Landschaft opfern für die Gier, die Hirn frisst?

Immer mehr, immer höher, immer weiter… wo soll das enden? Wo solch ein Gebäude erstmal steht, ist der Bann gebrochen und wo einmal verschandelt ist, stört es auch niemanden mehr, wenn weitergemacht wird. Wir haben keinen Planeten B - das sollte allen inzwischen klar sein.

Ich kann nur an alle appellieren - schaut euch das am Lohfeldener Rüssel mal an und ihr wisst, was uns früher oder später bevorsteht, wenn wir einfach so weitermachen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion vom 22.01.2020 hat uns Hr. Schumann aus Haldorf anliegendes Statement geschickt.

Autor: Hartmut Wagner, Edermünde-Grifte

Ich möchte die Liste der Argumente auf dem Flyer noch erweitern:

  1. Diese Halle ist in den Ausmaßen so groß, dass die dahinterstehenden Mobilfunksender der Telekom auf dem Regelgebäude und Vodafone und O2 auf dem Antennenträger, die eigentlich die Ortschaften Grifte, Haldorf, Holzhausen und Besse mit Mobilfunk versorgen sollen, eine erhebliche Abschattung von mindestens 15dB (Ausbreitungsdämpfung) für Grifte und Haldorf verursachen wird.
  2. Für kommunale und private Betriebsfunkdienste und Amateurfunker sowie CB Funker werden die Verbindungen nach Kassel ebenfalls beeinträchtigt werden.

Aufgelistet von Renate Martin-Schäfer und Hartmut Schäfer, Stand 21.11.2020

Die Entscheidung, ob das Logistikzentrum in Edermünde gebaut wird, darf nicht allein durch unsere gewählten Gemeindevertreter getroffen werden. Es ist unbedingt notwendig die Bürger in Edermünde zu befragen, ob sie mit einem so großen Projekt und den damit verbundenen Auswirkungen einverstanden sind. Es ist auch sinnvoll die Bürger von Baunatal-Hertingshausen zu befragen, da sie durch die unmittelbare Nähe ebenfalls betroffen sind.

Die Umsetzung des geplanten Bauvorhabens von Lidl kann u.a. folgende Auswirkungen mit erheblichen Nachteilen für die Menschen, aber auch Tiere und die Natur, haben:

  • Drastischer und bleibender Eingriff in das Landschaftsbild durch die gigantischen Ausmaße der Halle: 356 m lang, 123 m breit, 25 m hoch (wegen dem fallenden Gelände in Richtung Grifte dort deutlich höher). Hinzu kommt noch die gesamte versiegelte Fläche, die benötigt wird (Parkplätze, An- und Abfahrtswege, ausgewiesene Fläche für Kleingewerbe, Fläche für notwendige Versorgungseinrichtungen, …).
  • Unmittelbare Nähe zu den Ortschaften Grifte (ca. 460 m), Hertingshausen (ca. 500 m) und Holzhausen (ca. 560 m)
  • Deutliche Zunahme des Lieferverkehrs (um ca. 50 LKW auf ca. 200 LKW, d.h. Zunahme um ca. 30%). Zunahme der Belastung in den Ortsdurchfahrten von Grifte, Hertingshausen und Holzhausen bei Verkehrsstörungen auf den Autobahnen A7, A44, A49 (die Erfahrungen zeigen, dass diese Verkehrsstörungen auf den BAB zunehmen)
  • Zunehmende Belastung im Straßenverkehr (Lärm, CO², usw.)
  • Verlust von fruchtbarem Ackerboden (180.000 qm) mit negativen Auswirkungen hinsichtlich der Herstellung regionaler Produkte
  • Verlust von Lebensraum von Mikroorganismen und Kleintieren im Boden
  • Zusätzliche Lichterzeugung in den Abendstunden und nachts durch die dauerhafte Beleuchtung der Gebäude und Parkplatzanlagen („Lichtverschmutzung/-verunreinigung“). Mit den Auswirkungen…
    - Schlafstörungen für Menschen,
    - Störung der Tag- und Nachtzyklen der Wildtiere,
    - Störungen des Wachstumszyklus der Pflanzen,
    - Hoher Blauanteil im Licht stellt große Probleme für Zugvögel dar: Nordhessen ist ein
      großes Durchzugsgebiet von z.B. Kranichen (Hunderttausende von Kranichen),
    - Zunahme Insektensterbens und damit negative Auswirkungen auf die heimische
      Vogelwelt
  • Beeinträchtigung/Reduzierung des Naherholungsgebietes
  • Entwertung von Immobilien und Landeigentums

Offene Fragen (von Lidl nicht oder nicht ausreichend beantwortet):

  • Was passiert mit der alten Lagerhalle (Lidl benötigt diese nicht mehr)?
  • Wo finden die Kompensationsmaßnahmen der bebauten / versiegelten Flächen statt? (Eingriffs-Ausgleich-Regelung im Flächennutzungsplan/Bebauungsplan/Landschaftsplan ausgewiesen?)

    In Edermünde sind keine Bereiche für diese vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Maßnahmen bekannt! Und was hat der Bürger aus Edermünde / Hertingshausen davon, wenn in Südhessen diesbezügliche Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden? – NICHTS!
  • Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation in den genannten Ortsteilen?
  • Auswirkungen auf Regenwasser?