Autorin: Susanne Bott, Edermünde-Grifte

Ich bin vor kurzem in Lohfelden gewesen und auf dem Rückweg durch das Güterverkehrszentrum (GVZ) am Lohfeldener Rüssel gekommen. Jeder, der sich für Logisitik an unserem Standort ausspricht, sollte das GVZ auf jeden Fall einmal gesehen haben, bevor er „mitreden“ kann und für solche Gebäuderiesen und LKW-Massen stimmt. Ich war entsetzt, was ich dort gesehen habe - man bekommt den Eindruck, die Menschheit hat allen Verstand verloren. Wollen wir wirklich unsere Landschaft opfern für die Gier, die Hirn frisst?

Immer mehr, immer höher, immer weiter… wo soll das enden? Wo solch ein Gebäude erstmal steht, ist der Bann gebrochen und wo einmal verschandelt ist, stört es auch niemanden mehr, wenn weitergemacht wird. Wir haben keinen Planeten B - das sollte allen inzwischen klar sein.

Ich kann nur an alle appellieren - schaut euch das am Lohfeldener Rüssel mal an und ihr wisst, was uns früher oder später bevorsteht, wenn wir einfach so weitermachen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion vom 22.01.2020 hat uns Hr. Schumann aus Haldorf anliegendes Statement geschickt.

Autor: Hartmut Wagner, Edermünde-Grifte

Ich möchte die Liste der Argumente auf dem Flyer noch erweitern:

  1. Diese Halle ist in den Ausmaßen so groß, dass die dahinterstehenden Mobilfunksender der Telekom auf dem Regelgebäude und Vodafone und O2 auf dem Antennenträger, die eigentlich die Ortschaften Grifte, Haldorf, Holzhausen und Besse mit Mobilfunk versorgen sollen, eine erhebliche Abschattung von mindestens 15dB (Ausbreitungsdämpfung) für Grifte und Haldorf verursachen wird.
  2. Für kommunale und private Betriebsfunkdienste und Amateurfunker sowie CB Funker werden die Verbindungen nach Kassel ebenfalls beeinträchtigt werden.

Aufgelistet von Renate Martin-Schäfer und Hartmut Schäfer, Stand 21.11.2020

Die Entscheidung, ob das Logistikzentrum in Edermünde gebaut wird, darf nicht allein durch unsere gewählten Gemeindevertreter getroffen werden. Es ist unbedingt notwendig die Bürger in Edermünde zu befragen, ob sie mit einem so großen Projekt und den damit verbundenen Auswirkungen einverstanden sind. Es ist auch sinnvoll die Bürger von Baunatal-Hertingshausen zu befragen, da sie durch die unmittelbare Nähe ebenfalls betroffen sind.

Die Umsetzung des geplanten Bauvorhabens von Lidl kann u.a. folgende Auswirkungen mit erheblichen Nachteilen für die Menschen, aber auch Tiere und die Natur, haben:

  • Drastischer und bleibender Eingriff in das Landschaftsbild durch die gigantischen Ausmaße der Halle: 356 m lang, 123 m breit, 25 m hoch (wegen dem fallenden Gelände in Richtung Grifte dort deutlich höher). Hinzu kommt noch die gesamte versiegelte Fläche, die benötigt wird (Parkplätze, An- und Abfahrtswege, ausgewiesene Fläche für Kleingewerbe, Fläche für notwendige Versorgungseinrichtungen, …).
  • Unmittelbare Nähe zu den Ortschaften Grifte (ca. 460 m), Hertingshausen (ca. 500 m) und Holzhausen (ca. 560 m)
  • Deutliche Zunahme des Lieferverkehrs (um ca. 50 LKW auf ca. 200 LKW, d.h. Zunahme um ca. 30%). Zunahme der Belastung in den Ortsdurchfahrten von Grifte, Hertingshausen und Holzhausen bei Verkehrsstörungen auf den Autobahnen A7, A44, A49 (die Erfahrungen zeigen, dass diese Verkehrsstörungen auf den BAB zunehmen)
  • Zunehmende Belastung im Straßenverkehr (Lärm, CO², usw.)
  • Verlust von fruchtbarem Ackerboden (180.000 qm) mit negativen Auswirkungen hinsichtlich der Herstellung regionaler Produkte
  • Verlust von Lebensraum von Mikroorganismen und Kleintieren im Boden
  • Zusätzliche Lichterzeugung in den Abendstunden und nachts durch die dauerhafte Beleuchtung der Gebäude und Parkplatzanlagen („Lichtverschmutzung/-verunreinigung“). Mit den Auswirkungen…
    - Schlafstörungen für Menschen,
    - Störung der Tag- und Nachtzyklen der Wildtiere,
    - Störungen des Wachstumszyklus der Pflanzen,
    - Hoher Blauanteil im Licht stellt große Probleme für Zugvögel dar: Nordhessen ist ein
      großes Durchzugsgebiet von z.B. Kranichen (Hunderttausende von Kranichen),
    - Zunahme Insektensterbens und damit negative Auswirkungen auf die heimische
      Vogelwelt
  • Beeinträchtigung/Reduzierung des Naherholungsgebietes
  • Entwertung von Immobilien und Landeigentums

Offene Fragen (von Lidl nicht oder nicht ausreichend beantwortet):

  • Was passiert mit der alten Lagerhalle (Lidl benötigt diese nicht mehr)?
  • Wo finden die Kompensationsmaßnahmen der bebauten / versiegelten Flächen statt? (Eingriffs-Ausgleich-Regelung im Flächennutzungsplan/Bebauungsplan/Landschaftsplan ausgewiesen?)

    In Edermünde sind keine Bereiche für diese vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Maßnahmen bekannt! Und was hat der Bürger aus Edermünde / Hertingshausen davon, wenn in Südhessen diesbezügliche Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden? – NICHTS!
  • Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation in den genannten Ortsteilen?
  • Auswirkungen auf Regenwasser?

 

Autor: Mark Valentin (FWG Edermünde)

Anfragen der HNA an die Fraktion FWG Edermünde 22.10.2020

1. Was spricht aus Ihrer Sicht für bzw. gegen die neue Halle? (z. B. wirtschaftliche Vorteile für die Gemeinde) 

Unstrittig ist das man eine Fläche immer nur einmal verbauen kann. Die Frage ist nun ob man sich für das schnelle Geld entscheidet und den vollmundigen Versprechen eines Logistik Investors Glauben schenkt oder ob man sich für einen nachhaltigen Weg entscheidet, der die Belange der Landwirtschaft genauso Rechnung trägt, wie dem Erhalt der Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger. Hier kann man zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen insbesondere dann, wenn man die Verantwortung für 2 überteuerte Kindergartenprachtbauten trägt und sich Haushaltslöcher durch Sanierungsstaus auf tun. Hier sind intelligente wie nachhaltige Lösungsansätze gefragt. In der Bevölkerung scheint es viele kritische Stimmen zu geben, wie die gestern Abend vor der Bilsteinhalle anwesenden Bürgerinnen und Bürger eindrucksvoll gezeigt haben.

 

2. Unter welchen Bedingungen sind Sie dagegen oder dafür?

Die Frei Wählergemeinschaft Edermünde ist nicht pauschal gegen Flächenversiegelung, aber das Verhältnis Eingriff in die Natur und Vorteile für Landwirtschaft und Bürgerinnen und Bürger muß stimmen. Wir werden daher Pro und Contra sorgfältig abwägen und uns in unsere nächsten Klausurtagung am 31.10. mit dem Thema „Klima-, Umwelt-, Naturschutz intensivieren“ auch mit diesem Bauvorhaben auseinandersetzen. Hierzu laden wir interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich ein mit uns zu diskutieren. Kontaktieren Sie hierzu gerne Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

3. Inwiefern hat sich Ihre Position zu den Hallen-Plänen nach der Präsentation verändert? 

Die bekannte Vorplanung zu dem Logistikzentrum und die gestern vorgestellte Planung sind identisch. Daher hat sich unsere konstruktive kritische Position auch nicht verändert. Wir stehen mit der BI Logistik Edermünde genauso in engem Dialog wie mit potenziellen Befürwortern des Bauvorhabens, um uns ein umfassendes Bild in unserer Bevölkerung zu machen. Wir werden daher auch an der Nachbesprechung der BI Logistik Edermünde am Fr. dem 23.10. um 19:00 Uhr im Gasthaus Engel teilnehmen und haben uns hierzu unter info@bi-logistik-edermuende bereits angemeldet.