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Autorin: Renate Martin-Schäfer, Edermünde

Jeden Tag fahren viele, zu viele LKW durch unsere Ortschaften und das Tag und Nacht. Der Verkehr nimmt zu und damit die unerträglichen Belastungen, wie Lärm, Erschütterungen, Luftverschmutzung für die Menschen im Ort. Ein Bewohner berichtete über nächtliches Hupen von LKWs, welche so ihren Ärger über den Blitzer zum Ausdruck brachten. Viele ignorieren das Messgerät einfach oder haben Sondergenehmigungen. Mit dem stationären Blitzgerät (stationäre Anlage an der L3221) wurden 2020 folgende Messungen durchgeführt:  Chattengau Kurier Ausgabe 09/ 03. März 2021

  1. 134 Messungen
  2. 624.685 Fahrzeuge gezählt
  3. 711 Auslösungen der Anlage
  4. 153 Verwarnungen Geschwindigkeit
  5. 23 Verwarnungen Gurt/Handy
  6. 65 Bußgelder Durchfahrtsverbot
  7. 7 Bußgelder Geschwindigkeit.

Es wird berichtet, dass LKW-Fahrer:innen den Gegenverkehr abwarten und dann auf die Gegenfahrbahn ausweichen, um die Blitzerauslösung zu vermeiden. LKW-Fahrer informieren sich über Funk, ob die Anlage in Betrieb ist. Am 13.05.21 wurde ein Fahrer dazu befragt. Er gab es zu, aber zuckte nur mit den Schultern. Einer von vielen, die Ortsdurchfahrtsverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen ignorieren.

Entwickelt sich Edermünde zunehmend zum Logistikstandort?

Die Anzeichen sind da: Die alte Lagerhalle von Lidl bietet sich für neue Logistikunternehmen an und wird das LKW-Aufkommen deutlich erhöhen. Die neue Lidl-Lagerhalle hat die doppelte Kapazität und das verdoppelt auch den Zulieferverkehr bis auf 350 LKW täglich. Vor der geplanten Halle ist die Ansiedlung von Kleingewerbe vorgesehen, was ebenfalls vermehrt Zuliefer- und Kundenverkehr zur Folge hat. Was passiert auf dem Gelände gegenüber dem jetzigen Lidl-Lager? Es wurde von dem Transportunternehmen Kördel gekauft und die Fläche wird gerade geebnet und planiert. Spedition Kördel aus Guxhagen ist mit diesem Grundstück Anlieger und wird mit seinen Zugmaschinen für drastisch mehr Verkehr sorgen. Wieviel Verkehr wird der neue Kuno-Standort gegenüber Ratio bringen? Was kommt als nächstes?

Edermünde soll Klima-Kommune werden? Prima Idee, aber wie lässt sich das mit dieser Logistikentwicklung vereinbaren? Die Webseite von Edermünde weist noch immer auf den besonders guten und verkehrsgünstigen Standort mit den Anbindungen an A7 (Guxhagen), A49, A44 (Kreuz Kassel-West) und zur A7 (Dreieck-Kassel-Süd) hin. 

Sehr attraktiv für Logistikfirmen. Und Platz gibt es zwischen und um unsere Ortschaften ja noch genug. Vielen Bürgern reicht es! Wir wollen keine weitere Logistik in Edermünde!

Autorin: Renate Martin-Schäfer, Edermünde

Guter Ackerboden ist eine wesentliche Grundlage unseres Lebens.

Er versorgt uns mit Nahrung und bietet Raum für unzählige Lebewesen. Wo sollen unsere Lebensmittel herkommen, wenn täglich rund 56 Hektar  (Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz, BMU) bebaut und versiegelt werden?

Flächenverbrauch ist ein schleichender Prozess. Bürger und selbst politische Entscheidungsträger nehmen es kaum wahr! Bis zum Jahr 2030 will die Bundesregierung den Flächenverbrauch auf unter 30 Hektar pro Tag verringern, laut „Klimaschutzplan 2050“ strebt sie sogar das Flächenverbrauchsziel Netto-Null (Flächenkreislaufwirtschaft) an.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir Bürger darauf aufmerksam machen und uns einmischen.

Ertragreicher Boden ist eine endliche Ressource, das muss uns für die Zukunft bewusst werden. Wir werden uns weiterhin für Bodenschutz und Landschaftsschutz einsetzen, jeder kann uns unterstützen.

Quellen: Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz: www.bmu.de/WS128,  www.umweltbundesamt.de

 

 

Autor: Bi-Logistik

Unsere Aussage, dass ca. 50% der Gewerbesteuereinnahmen nicht der Gemeinde zugute kommen, ergibt sich unseren Informationen gemäß aus dem Haushaltsvorbericht der Gemeinde Edermünde für 2021 (s. S. 23ff, anliegendes Bild).

Es gibt eine Untersuchung des wirtschaftsnahen IFO-Instituts, das die Aufteilung der Gewerbesteuereinnahmen analysiert hat und davon ausgeht, dass durch Umlagen den Gemeinden noch mehr Geld verloren geht, deswegen halten wir die Einschätzung von ca. 50% für plausibel. (Quelle)

 

 

Autoren: Sofie und Kurt Schunder, Hertingshausen

Wir möchten eine kurze Rückmeldung zu der Online-Diskussion geben. Die Diskussion fanden wir sehr interessant und informativ, weil die wichtigen Aspekte gegen das Logistikzentrum angesprochen wurden und nachvollziehbar sind. Die Diskussion ist somit gut geeignet, um für andere Einwohner geeignete Informationen rund um die bestehende Problematik zu finden.

Außerordentlich schade ist natürlich, dass politische Parteien wie SPD und CDU keine Vertreter geschickt haben. In erster Linie ist es natürlich sehr schade, dass Lidl selbst keinen Vertreter gestellt hat. So musste Klaus Krimmel diesen Part übernehmen, damit die Diskussion in Gang kommt. Die Tatsache, dass es ein paar Probleme mit der Technik gab, sind unseres Erachtens nicht das Problem, da inhaltlich so einiges besprochen wurde. Ausser der zu erwartenden Verkehrs-Umweltbelastung gibt uns die Versiegelung einer so großen Fläche mit einem so guten Bodenwert sehr zu denken. Gerade in Pandemiezeiten mussten wir schon alle die Erfahrung machen, wie wichtig es ist, regionale Versorger zu haben unabhängig von der Art der Produkte. Aber Lebensmittel spielen hier noch eine ganz besondere Rolle. Wir sind jedenfalls froh eine leistungsfähige Landwirtschaft mit regionalen Produkten zu haben. Es ist ja bekannt, dass die Landwirte geeignete Flächen suchen, um konkurrenzfähig zu bleiben.